Audio- und Video-Formate
Im Gegensatz zu vielen anderen Protokollen des Internets ist das Usenet nicht in den Dateigrößen beschränkt. Das erlaubt es auch, sowohl Audio-Dateien als auch Videos in höchstmöglicher Qualität über das Usenet zu verbreiten.
Neben der bekannten mp3, die auch im Usenet den größten Teil der Musik-Postings ausmacht, gibt es im Usenet auch die verlustfreien Kompressionsformate ape und flac.
Video-Codecs werden ständig weiter entwickelt, um eine immer bessere Qualität bei größtmöglicher Kompression zu erreichen.
Musik ohne Kompressionsverluste
Insbesondere in den lossless Newsgroups wird Musik in den beiden verlustfreien Kompressionsformaten ape und flac gepostet.
Flac
Flac (Dateiendung .flac) ist ein verlustfreies Audio-Format, mit dem eine
WAV-Datei auf nahezu die halbe Größe komprimiert werden kann. In
Gruppen wie alt.binaries.sounds.flac und alt.binaries.sounds.lossless wird
überwiegend
in diesem Format gepostet.
Zum Dekomprimieren brauchen Sie die Open-Source Freeware Flac, die Sie hier
herunterladen können.
Nach der Installation
die Flac-Dateien einfach per Drag&Drop in das Programm-Fenster ziehen und
den Button "Decode" anklicken. Es öffnet sich ein DOS-Fenster, in dem Sie den
Fortschritt beobachten können. Anschliessend haben Sie wieder die ursprünglichen
WAV-Dateien.
Mit dem kleinen, aber guten Freeware Player foobar2000 können Sie Flac-Dateien direkt abspielen.
Monkey`s Audio
Monkey`s Audio (Dateiendung .ape) ist ein ebenfalls verlustfreies Audio-Kompressionsformat. Die Gruppe alt.binaries.sounds.monkeysaudio widmet sich spezifisch diesem Format. Zum Dekomprimieren brauchen Sie die Freeware Monkey`s Audio, die Sie hier herunterladen können.
Die folgenden Player unterstützen sowohl ape als auch flac:
Media Center: Ein sehr guter Player, der noch einiges mehr kann als nur abspielen.
Exact Audio Copy (EAC): Ein Ripper, habe keine Erfahrungen damit
dBPowerAMP Music Converter: Konverter für diverse Audio Formate
Winamp: jedoch nur mit
einem Plugin
Easy CD-DA Extractor: noch ein Ripper
Weitere, jedoch selten gebräuchliche Audio-Formate:
Ogg
Ogg (Dateiendung .ogg) ist ähnlich avi ein Container für unterschiedlichste Audio Formate. Ogg ist weniger verlustbehaftet als mp3. Fast alle Player können .ogg wiedergeben.
Video-Codecs
Video Codecs veralten relativ schnell. Aus der Dateiendung .avi lässt sich nicht mehr erkennen, als das in den Container .avi ein Video gepackt wurde. Avi kann unterschiedlichste Video- und Audio Codecs enthalten. Avi hat in der Regel eine native Auflösung von 480x600 Pixel. Eine DVD hat dagegen eine Auflösung von 800x600 Pixel.
Wenn Ihr Player ein .avi nicht oder nur unsauber wieder geben kann, dann verfügt Ihr Computer nicht über den erforderlichen Video Codec. Ist die Bildqualität gut, der Ton jedoch entweder garnicht oder nur leise da, fehlt es am passenden Audio Codec.
Bevor Sie sich nun alle erdenklichen Codecs installieren, lesen Sie bitte zunächst die nachfolgenden Zeilen.
Mit dem Freeware Programm Avicodec können Sie fast alle gängigen Video Codecs auslesen. Welche Codecs auf Ihrem System installiert sind, verrät Ihnen unter Windows der Geräte-Manager. Den erreichen Sie per Start >> Systemsteuerung >> Geräte-Manager. Unter dem Punkt "Audio-, Video- und Gamecontroller finden sie auch die installierten Audio- und Video-Codecs. Ein Doppelklick auf Video-Codecs öffnet ein weiteres Fenster, unter dem Reiter "Eigenschaften" werden die installierten Codecs angezeigt.
Nur in Ausnahmefällen sollten Sie weitere Codecs installieren. Codecs sind untereinander oft so unverträglich, dass die Systemstabilität bis hin zum Blue Screen beeinträchtigt werden kann. Wenn überhaupt ein neuer Codec, dann vorher einen Systemwiederherstellungspunkt erstellen, damit Sie problemlos zum vorherigen Zustand zurückkehren können.
Suchen sie lieber via Web nach einem Player, der die fehlenden Codecs mitbringt. Ein Player wie der VLC Media Player installiert die Codecs nicht im System, sondern sie sind in der Software enthalten und stören so nicht die Systemstabilität.
Es macht durchaus Sinn, mehrere Player zu installieren und diese auch regelmäßig upzudaten. Was der eine nicht kann, beherrscht der Andere.
RAT-DVD
RAT-DVD (Dateiendung .ratdvd) ist ein weitgehend verlustfreies Kompressionsformat für DVD. Auflösung, Menüs, Sprachen und Untertitel bleiben erhalten, dennoch kann bis zu 50% komprimiert werden. Der Windows Media Player kann mit einem kostenlosen Plugin RATDVD wiedergeben, mit der Freeware Rat-DVD lassen sich die Dateien auch wieder zurück konvertieren.
Es gibt einige Newsgroups, in denen Videos ausschließlich in diesem Format gepostet werden. die Newsgroup alt.binaries.ratdvd.german ist mit über einer Million Headern sicher die aktivste.
Das Plugin für den Media Player und Rat-DVD selbst gibt es auf einigen Webseiten zum Download. Die beste Beschreibung gibt es auf Netzwelt.de, wo sie auch RAT-DVD runterladen können.
Weitere Video Formate
Matroska (Dateiendung .mkv) ist ähnlich einem Avi ein Container für verschiedene Video-Codecs. MKV Videos sind oft hoch auflösend. Ältere Grafikkarten und Beamer können Probleme mit der hohen Auflösung haben. Der VLC Media Player kann mkv-Videos problemlos abspielen. Weitere Player für .mkv gibt es auf der Matroska Webseite.
Der bekannte Real-Player ,der im Spyware Verdacht steht, spielt Dateien mit der Dateieendung .rm und .ram ab, Apples Quicktime-Player ist für Dateien mit der Dateiendung .mov zuständig. Zusammen mit Codec-Packs, die Sie ohnehin möglichst nicht installieren sollten, werden auch real-alternative und quicktime -alternative angeboten. Doch sind die alternativen Codecs nur bei älteren Videos auch tatsächlich in der Lage, diese Dateiformate wieder zu geben. Sollten sie sich einen dieser beiden Player installieren, dann sollte Ihre Firewall die Internetverbindung der Player verhindern.
In den seltenen Fällen, in denen Sie ein Video mit einem völlig unbekannten Codec aus dem Usenet geladen haben, den noch nicht einmal Avicodec erkennt, gibt es immer noch eine Möglichkeit, den Codec heraus zu finden und vorübergehend zu installieren:
Öffnen Sie das Video in einem Editor. Verwenden Sie dazu einen guten Editor wie UltraEdit oder EditPlus. Der Windows eigene Editor würde sich bei Dateien mit mehreren Hundert Megabyte garantiert aufhängen.
Haben Sie das unbekannte Video im Editor geöffnet (Rechtsklick auf die Datei, im Kontext-Menü finden Sie auch Ihren Editor), steht der verwendete Codec in der ersten Zeile (im Hex-Modus in der 8. Zeile) nach vids:
vidsHFYU
Den Codec habe ich rot kenntlich gemacht. Dies ist ein sehr seltener Codec. Wenn Sie mit dem Codec weder bei www.codecsdownload.com noch mit Google weiterkommen, hilft oft die Knowledge-Base von Microsoft weiter.