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Das textbasierte Usenet, die Big Eight

Big Eight

 

 

 

 

 

Ursprünglich bestand das Usenet nur aus Text-Newsgroups.

 

 

 

 

Bereits in der Frühgeschichte des Usenet wurde die noch heute gültige Struktur des Usenet entwickelt.

Das Usenet gliedert sich in ursprünglich sieben Hierarchien und innerhalb der Hierarchien etliche Subhierarchien, zu denen die einzelnen Newsgroups gehören.

 

alt

Die alternative Hierarchie (seit 1989)

comp

Themen rund um den Computer

sci

Wissenschaft und Technik (science)

soc

Gesellschaftlichen Themen (social)

talk

Allgemeine Gespräche über Dies und Das

rec

Alle Themen rund um Freizeit und Erholung, zum Teil auch Kunst und Kultur (recreational)

news

In dieser Hierarchie ist das Usenet selbst Gesprächsthema

misc

Alles, was nicht in einer der oben genannten Newsgroups Thema ist (miscellaneous)

humanities

Geisteswissenschaften, Kulturelles (seit 1995)

 

 

die Big Seven

 

die Big Eight

 

das nichtwissenschaftliche Usenet

 

 

 

1988 kam die alternative Hierarchie des Usenet dazu, der inzwischen populärste Bereich des Usenet. Obwohl die Alternative Hierarchie des Usenet vor allem durch seine rund 5000 binären Newsgroups so populär ist, war auch sie, ebenso wie die ursprünglichen Hierarchien, zunächst nur für News und Diskussionen gedacht, jedoch außerhalb der Themen der klassischen Newsgroups.

 

1995 wurde schließlich noch eine eigene Hierarchie für die Geisteswissenschaften und Kulturelles geschaffen. Seitdem spricht man von den Big Eight (die wissenschaftlichen und technischen Newsgroups) einerseits und dem alternativen Usenet mit populären Themen andererseits.

 

Die ursprünglichen Big Seven waren über einen Zeitraum von fast 20 Jahren das wichtigste internationale Kommunikationsmedium von Wissenschaftlern, Technikern und Studenten. Diese Bedeutung hat das Usenet allerdings längst verloren, der Niedergang des klassischen Usenet beginnt mit dem Aufstieg des World Wide Web zu seiner heutigen Bedeutung.

 

Obwohl das klassische Usenet immer noch sehr aktiv ist, haben sich viele Universitäten und Softwarefirmen, wie beispielsweise Microsoft, die einst das Rückgrat des Usenet bildeten, längst aus dem Usenet zurückgezogen.

 

Das Rückgrat der deutschsprachigen Subhierarchie des Usenet ist allerdings nach wie vor eine Universität, die Freie Universität Berlin. Sie bietet gegen einen geringen jährlichen Obolus Zugang zu ihrem eigenen News-Server.

 

Trotz dieses Niedergangs ist das klassische Usenet noch längst nicht tot, es ist nach wie vor eine sehr gute Anlaufadresse für wissenschaftliche Diskussionen oder technische Hilfe, beispielsweise bei Computerproblemen.

Die Orientierung im klassischen Usenet

Ursprünglich gab es keine webbasierten Suchmaschinen, weshalb die Struktur des klassischen Usenet so klar ist, dass man auch ohne Suchmaschinen finden kann, wonach man sucht.

 

Die weit über 100.000 Newsgroups der klassischen Big Eight haben jeweils eine eigene Charta, aus der Zielsetzung und erwünschter Inhalt klar hervorgehen. Deshalb ist es auch nicht allzu schwierig, zu den eigenen Interessen passende Newsgroups zu finden.

 

Zunächst wird von dem News-Server, mit dem man verbunden ist, mit einem geeigneten Newsreader die Liste der auf diesen Newsserver verfügbaren Newsgroups angefordert. Dann beginnt die Auswahl der Newsgroups, dafür bieten Newsreader Filterfunktionen an, mit denen man die Auswahl einengen kann. Hat man eine erste Auswahl getroffen, kann man aus den abonnierten Newsgroups die Header anfordern.

 

Der Newsreader zeigt nach dem Download der Header die Betreffzeile eines Postings, den Namen des Posters, seine E-Mail-Adresse und das Alter des Postings.

 

Die Anzeige kann alphabetisch nach der Betreffzeile, stattdessen nach Namen des Posters oder dem Alter sortiert werden.

 

Nun kann man einzelne Nachrichten oder ganze Diskussionsbäume markieren und herunterladen. Gelesen werden die Nachrichten generell offline, also nach dem Download auf die eigene Festplatte. Selbstverständlich kann man auf die Nachrichten auch antworten.

Google Groups

Google hat bereits vor Jahren den gesamten Datenbestand des textbasierten Usenet seit 1995 gekauft und durch weitere Zukäufe um Hunderttausende ältere Postings erweitert. Da Google einen eigenen News-Server betreibt, sind auch sämtliche aktuellen Postings über Google Groups verfügbar.

 

Dadurch gibt es, was es früher nicht gab, auch eine webbasierte Suchmaschine für die Big Eight.

 

Allerdings verschleiert Google inzwischen, dass es sich bei den gefundenen Suchergebnissen um Suchergebnisse aus dem Usenet handelt.

 

Google Groups ist ganz brauchbar, um ganz bestimmte Beiträge zu finden, ist jedoch für das Lesen und Schreiben im Usenet absolut ungeeignet. Denn, der gesamte Diskussionsbaum ist über Google Groups nicht sichtbar, sondern meist nur die Beiträge, in denen der Suchbegriff vorkommt. So weiß man über Google Groups nicht, wie weit die Diskussionen inzwischen vorangeschritten sind. Weil dennoch viele die Antwortfunktion von Google nutzen, sind Antworten, die über Google ins Usenet gestellt werden, inzwischen denkbar unbeliebt.

 

Wenn Sie sich nicht gleich unbeliebt machen wollen, dann verzichten Sie bitte auf Antworten über Google Groups.


Lesen Sie auf jeden Fall zunächst die Hinweise für Google-Poster.

 

Weitere Informationen finden dazu hier: The Usenet improvement Project.

Newsserver

Für den Zugang zu ausgewählten Newsgroups der Big Eight gibt es noch einige kostenlose News-Server, vielleicht hat Ihr Internetprovider noch einen kostenlosen News-Server als Service im Angebot. Falls ja, finden Sie alle weiteren Angaben auf der Webseite Ihres Internet Providers.

 

Die Freie Universität Berlin bietet gegen einen geringen jährlichen Obolus Zugang zu ihrem News-Server.

 

Es gibt auch von Usenet Providern attraktive Angebote, selbst wenn Sie sich nicht für das binäre Usenet interessieren sollten und nur am textbasierten Usenet teilnehmen möchten.

 

Denn einige Usenet Provider, beispielsweise Prepaid Usenet, Simonews oder Astraweb bieten ein im Voraus bezahltes Volumen, zu dessen Verbrauch Sie mindestens fünf Jahre Zeit haben. Das ist dann sogar günstiger als das ohnehin schon sehr günstige Angebot der freien Universität Berlin. Denn, wenn Sie nur im textbasierten Usenet unterwegs sind, wird selbst das kleinste Prepaid Volumen für etliche Jahre reichen.

 

Newsreader

Die für Binaries entwickelten Newsreader sind für Textgruppen nur bedingt geeignet. Ein empfehlenswerter Newsreader für die Textgruppen des Usenet ist der Forte Agentt. Die Usenet Erweiterungen der Browser, dazu gehört auch Outlook Express, sind für einen ernsthaften Umgang mit dem Usenet nicht geeignet.

Spam und Viren

Vor Spam ist man inzwischen nirgends mehr sicher, den gibt es auch im textbasierten Usenet. Der allmähliche Niedergang des textbasierten Usenet hat allerdings den Vorteil, dass reine Text Newsgroups für Spammer inzwischen uninteressant sind. Doch selbst in reinen Text Newsgroups kann man sich, wenn man nicht aufpasst, Viren und Trojaner einfangen.

 

Das ist zunächst nicht ganz einfach zu verstehen, schließlich ist es doch nur Text, den man vom News-Server herunterlädt.

 

Dazu muss man wissen, dass auch Binärdateien im Usenet als Texte hinterlegt sind, weil das Usenet nach wie vor auf einem 7 Bit Protokoll basiert und Binärdateien mit 8 Bit vor dem Upload vom Newsreader als 7 Bit Dateien codiert werden und nach dem Upload wieder decodiert werden.

 

Binärdateien sind zwar in den Text Newsgroups unerwünscht, verhindern lässt es sich dennoch nicht. Deshalb sollten Sie auch einen guten Newsreader für Text Newsgroups wählen und nicht beispielsweise mit Outlook Express ins Usenet gehen, denn Outlook Express als Newsreader würde Ihnen auch eine ausführbare Datei wie eine Textnachricht ohne Rückfrage öffnen. So hatte ich mir bei meinen ersten Gehversuchen im Usenet vor über 20 Jahren einige Viren eingefangen.

Die Netiquette

In den Newsgroups der Big Eight ist es immer noch üblich, Beiträge unter dem eigenen Namen und mit einer echten E-Mail Adresse zu schreiben.

 

Ich möchte mich nicht selbst unbeliebt machen, indem ich generell davon abrate. Ich möchte allerdings zu bedenken geben, dass mit Ihrem Namen die Beiträge über Google Groups von jedermann gefunden werden können und Dank der inzwischen praktisch ewigen Retention sowohl von Google Groups als auch einigen anderen großen Usenetprovidern Ihre Beiträge auch nicht mehr gelöscht werden, selbst wenn Sie später Ihren Beitrag bereuen sollten. Denn, nur weil man selbst mal Mist gebaut hat, kann man nicht die Entfernung eines Beitrags aus dem Usenet verlangen.

 

Es gibt zwar offiziell das Instrument des Fremdcancels, mit dem es eigentlich möglich sein sollte, eigene Beiträge wieder zu löschen, doch wegen vielfachen Missbrauchs wird der Fremcancel von praktisch jedem News-Server ignoriert. Auf Verlangen der Rechteinhaber können nur Rechtsverletzungen zulasten Dritter aus dem Usenet entfernt werden.

 

Selbst wenn man dazu steht, dass man mit seinem eigenen Namen im Usenet schreibt, sollte man keinesfalls die reguläre E-Mail-Adresse angeben. Sofern überhaupt eine echte E-Mail Adresse, dann eine eigens für das Usenet angelegte E-Mail-Adresse, weil man sich sonst vor Spam nicht mehr retten kann. Denn auch das Usenet wird auf der Suche nach echten E-Mail-Adressen automatisiert durchsucht.

 

In den Text Newsgroups kann man sich schnell ziemlich unbeliebt machen, wenn man aufs Geradewohl einfach irgendwas schreibt.Viele Newsgroups haben eine eigene FAQ sowie eine Charta. Beides sollte man auf jeden Fall lesen, bevor man selbst etwas in der Newsgroup schreibt.

 

Hat man Fragen, dann sollte man zunächst herausfinden, welche Newsgroup am besten zur Thematik passt.

 

Vermeiden Sie bei ihren Postings alle deutschen Sonderzeichen. Das Usenet ist keine Webseite und kann, ebenso wie HTML und das E-Mail Protokoll nur mit ASCII Text umgehen. HTML und das E-Mail Protokoll sehen spezielle Codierungsangaben im Header vor, mit denen auch deutsche Sonderzeichen und selbst chinesische oder arabische Schrift korrekt dargestellt werden, doch diese Kodierungsangaben gibt es nicht im Usenet.

 

Vermeiden Sie Crosspostings, also dasselbe Posting in mehr als einer Newsgroup.

 

Wenn Sie eine ergänzende Binärdatei, beispielsweise ein Bild oder eine PDF Datei, hoch laden möchten, dann bitte nicht in eine Text Newsgroup, auch wenn das prinzipiell möglich wäre. Dafür gibt es die binären Newsgroups. Machen Sie stattdessen in Ihrem Posting einen Hinweis auf die Binärdatei, mit dem sie klar und eindeutig gefunden und heruntergeladen werden kann. Also die Betreffzeile, die Newsgroup und das Datum des Postings. Soll die Binärdatei nur einem begrenzten Kreis zugänglich sein, können Sie sie in ein Passwort verschlüsseltes RAR-Archiv verpacken.

Die Charta der Newsgroups der de. Hierarchie

Weiterführende Links

Was ist das Usenet?

de.newusers.info, die Netiqette des deutschen Usenet und weitere Hinweise

Newsgroups

Newsreader

Usenet Provider

kostenlose Newsserver

Die UseNet-Laws
Interessantes zu festgefahrenen Diskussionen im Usenet

Das Usenet-ABC
eine sehr informative Seite zu den Textgruppen des Usenet

Hinweise zum Schreibstil

Der ASCII-Zeichensatz

Im Usenet Forum sind Ihre Fragen willkommen.